2020-02 Cheibehorn

Schon Abendstimmung mit Sicht auf den grossen Berner Alpen

Cheibehorn Tourenbericht, 16.02.2020

Es hatte im Januar wenig geschneit und im Februar war es nicht viel besser. Ich schaute häufig auf die Stockhorn Webcam und sah im Bild dort jedes Mal kahle Stellen am Cheibehorn. Erst am Tag vor unserer geplanten Tour war plötzlich alles weiss. Es hatte in der Nacht geschneit. Die Prognose: Sonnenschein und wir würden doch schöne Wetter- und Schneeverhältnisse erwarten können.

Es gab viele Interessenten, insgesamt 20, doch dann kam es zu 4 Abmeldungen so dass wir 16 Teilnehmer waren, die die gemeinsame Zugfahrt nach Erlenbach im Simmental angetreten haben. 10 Leute haben sich in Basel SBB getroffen, 3 stiegen in Olten zu, 2 Personen sind von Küttingen und eine Person von Goms angereist. Soweit so gut, wir kamen alle planmässig im Bahnhof Erlenbach an, aber die meisten von uns waren so sehr in interessante Gespräche vertieft, dass wir es versäumt haben auszusteigen! Nur die zwei Damen von Küttingen die separat sassen haben den Zug rechtzeitig verlassen. Oh, je!

Fast eine halbe Stunde lang dauerte die Weiterfahrt bis Boltingen und das, nur um dort zu sehen, wie der gewünschte Zug in die Gegenrichtung gerade abfuhr. Eine Stunde lang mussten wir auf den nächsten Zug warten und konnten während dieser Zeit Kaffee trinken. Zum Glück hatte ich etwas Englisches Gebäck (mince pies) mitgebracht und dies zusammen mit dem Kaffee als kleinen Tröster offeriert. Wir kamen endlich mit zweistündiger Verspätung zurück nach Erlenbach und fuhren mit der Seilbahn bis Chrindi (Mittelstation). Es war mir klar, dass für unsere Tour die Zeit, bevor die letzte Seilbahn um 17.20 h wieder ins Tal fährt, knapp werden würde.

Wir liefen los um den Hinderstockesee in eine herrliche Landschaft. Der frische Schnee glitzerte in der Sonne unter blauem Himmel. Bei der ersten Verzweigung, wo der Aufstieg zum Oberstockealp beginnt, habe ich den schnellen Leuten gesagt, dass sie nicht auf die langsamen (mich eingeschlossen) warten müssen. Es bildeten sich zwei Gruppen wobei die zweite die Umrundung des Cheibehorns ohne Gipfelbesteigung machen sollte.

Wie es heraus kam haben 10 Personen den Gipfel erreicht. Gratuliere! Eine Person fühlte sich nicht wohl und musste gleich umdrehen und zwei andere haben umgedreht nachdem sie die schöne Aussicht über den Oberstockesee genossen hatten. Von dort aus konnte man sehen, dass die schnelle Gruppe schon die andere Seite des Sees erreicht hatte.

Nur zwei Teilnehmer haben dann die Umrundung ohne Gipfel mit mir gemacht. Nach dem steilen Aufstieg vom See liefen wir um die Südseite des Bergs durch eine sanfte Landschaft wo wir keine anderen Leute getroffen haben. Es herrschte eine fast märchenhafte Stimmung als sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Das grosse Drei-Gestirn der Berner Alpen leuchtete in den späten, weichen Sonnenstrahlen. Dank schönem, pulverigem Schnee liess sich der letzte steile Abstieg zurück zum Hinderstockesee schnell bewältigen und wir haben es gewagt, über den gefrorenen See direkt zum Seilbahnstation zu laufen. Wir kamen um 17.00 h an und die Schnellläufer waren schon da.

Die anderen drei Teilnehmer waren bereits eine Stunde früher abgefahren. Weil ich auf dem Gipfel nicht mit dabei war gab es das obligate Gruppenfoto erst im Warteraum am Bahnhof Erlenbach, vor der Rückreise. Die Heimreise verlief ohne besondere Ereignisse, ausser, dass die Züge sehr voll waren und wir keine Platzreservation für diesen späteren Zug hatten. In Bern mussten wir schnell laufen um unsere Verbindung zu erreichen und haben uns gegenzeitig aus den Augen verloren. Auch, in Basel angekommen, ist es nicht allen gelungen, sich zu verabschieden.

Ich glaube aber, dass alle zufrieden nach Hause gekommen sind und dass sich die schöne Tour trotz allem sehr gelohnt hat. Ende gut, alles gut.

Adrian

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