05-22 Chozoviotissa

22. Mai, Kloster Chozoviotissa und Wanderung nach Potamos

Um 7:20 Uhr läutet der Wecker. Ich packe den Rucksack und gehe zum Morgenessen. Bereits um 8:30 Uhr laufen wir zum Hafen hinunter, wo der Bus auf uns wartet. Heute kommen nicht alle mit, da es eine längere Wanderung gibt. Um 9 Uhr fahren wir ab. Unser erstes Ziel ist das Kloster Chozoviotissa. Wir fahren nach Chora hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.

Hier verlassen wir den Bus und steigen die steile Treppe hinauf zum Kloster Chozoviotissa. Dieses ist wie ein Adlerhorst in die Felsen gebaut. Das Gebäude, das am Felsen klebt, ist nur 4 m breit, die Treppen sind in die Felsen gehauen. Wir besichtigen das Kloster, doch dazu müssen die Frauen Röcke anziehen und die Männer lange Hosen, so dass keine nackten Beine ins Kloster gehen. Am Eingang stehen die entsprechenden Kleider zur Verfügung. Die Röcke gehen bald aus, doch zum guten Glück haben ein paar Frauen einen Schal, den sie als Rock um die Hüfte binden können. Ich finde eine weite Hose, die ich gut über die Schuhe anziehen kann. Es geht eine schmale Treppe hinauf. Oben an der Treppe steht ein Mönch, der eine Gesichtskontrolle macht und schaut, ob er oder sie richtig angezogen ist. Wenn alles in Ordnung ist, erhält man das OK zum weitergehen. Alle Räume sind sehr klein und die Treppen sind eng. Es hat viele Ikonen, doch sie hängen einfachirgendwie an der Wand oder sind in Regalen versorgt. Es gibt eine kleine Kirche in der ein Mönch sitzt. Wir wollen ihn in seiner Andacht nicht stören, so schauen wir nur durch die Türe hinein.

Wir treffen uns auf dem Balkon, von wo man eine einmalige Aussicht hat. Wir machen auch Fotos mit unseren speziellen Kleidern. Vor allem unsere Frauen in Röcken zu sehen ist sehr ungewöhnlich und speziell. Dabei sind wir etwas zu ausgelassen laut, so dass uns Markus aufmerksam machen muss, dass wir uns hier in einem Kloster befinden. Zum Abschied erhalten wir ein Glas Wasser und auch ein Gläschen Schnaps.

Um 10:30 Uhr gehen wir auf die Wanderung. Es ist bedeckt, ein starker Wind weht, daher ziehe ich die Windjacke an und versorge die Kappe im Rucksack, sonst wäre sie weggeblasen worden. Die Landschaft mit den vielen Ginsterbüschen ist einmalig schön, die meisten blühen. Es hat noch viele andere Pflanzen und Büsche, doch das Meiste ist verblüht und verdorrt. Wir queren die Insel Amorgos nach Norden auf einer Höhe von 200 – 300 m über dem Meer. Es geht laufend leicht bergauf und bergab. Wir sehen rechts zum Meer hinunter in die zerklüftete Küste. Leider ist die Sicht nicht so gut, es ist etwas dunstig. Unser Ziel ist Potamos, es sind etwa 15 km zu gehen. Wir kommen nur langsam vorwärts, weil ein paar Leute etwas mühe haben auf dem steinigen Weg, vor allem wenn es abwärts geht. Um 12 Uhr sind wir auf dem Pass. Jetzt sehen wir auch auf der linken Seite zum Meer hinunter. Nach einer kurzen Pause gehen wir weiter durch die schönen gelben Ginsterbüsche.

Das Marschtempo der Leute ist recht verschieden, so dass die Abstände rasch grösser werden. Um 13:30 Uhr gibt es eine Pause bei der Nikolas Kirche. Im Innenhof der Kirche kann man gut windgeschützt sitzen. Wir erhalten auch den Besuch von einem Esel, der uns ein Stückweit begleitet. Mit der Zeit lässt der starke Wind nach und es wird etwas wärmer. So kann ich die Windjacke wieder ausziehen. Um 15 Uhr gibt es bei der Kirche Agia Maria nochmals eine kurze Pause, so dass die Gruppe wieder zusammen weiterlaufen kann.

Bald sieht man unser Ziel Potamos.

Auf einem Weg mit einmaliger Aussicht auf die Küste von Amorgos und über das Meer steigen wir ab. Bereits um 16 Uhr sind wir in Potamos.Das ist zu früh, denn es gibt erst um 18:30 Uhr das Abendessen.

Wir gehen trotzdem sofort in das Restaurant und trinken etwas. Wir können auf der Terrasse sitzen, von wo wir eine einmalige Aussicht haben. Leider ist es immer noch etwas dunstig. Bald beginnt das Abendessen mit vier verschiedenen Vorspeisen, die für alle gleich sind. Die Hauptspeise kam man auswählen. Leider gibt es von jedem nur eine begrenzte Menge, so dass die Letzten nicht mehr die volle Auswahl haben und daher nicht mehr das erhalten, was sie sich gewünscht haben. Ich erhalte noch die letzte Portion Mousaka. Das Essen erstreckt sich bis um 20 Uhr. Als die Sonne untergeht, steigen wir zur Strasse hinunter wo der Bus auf uns wartet. Um 21 Uhr sind wir wieder zurück und steigen zum Hotel hinauf.

Die heutige Wanderung war recht lange und die Wege waren etwas steinig. Dafür war die Landschaft und Aussicht einmalig schön. Ich habe es auch genossen, dass wir praktisch allein unterwegs gewesen waren. Das ist für mich das richtige Griechenland, das ich liebe.

Albert

Hiking in Switzerland and around the world