{"id":10804,"date":"2016-11-21T14:09:35","date_gmt":"2016-11-21T14:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.adrianwood.ch\/?page_id=10804"},"modified":"2016-11-21T14:28:15","modified_gmt":"2016-11-21T14:28:15","slug":"02-10-naxos-berge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.adrianwood.ch\/?page_id=10804","title":{"rendered":"02 10 Naxos Berge"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_10810\" aria-describedby=\"caption-attachment-10810\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.adrianwood.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KYK_0383a_r7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10810\" src=\"http:\/\/www.adrianwood.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KYK_0383a_r7.jpg\" alt=\"Dorfleben in Filoti\" width=\"730\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/www.adrianwood.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KYK_0383a_r7.jpg 730w, https:\/\/www.adrianwood.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KYK_0383a_r7-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10810\" class=\"wp-caption-text\">Dorfleben in Filoti<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Sonntag, 02. Oktober \u2013 Naxos Berge<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">9.45 Uhr zum Bus-Parkplatz und Abfahrt. Erster Ausstieg in <strong>Filoti<\/strong>. Das Dorf befindet sich im Zentrum der Insel Naxos und ist auf allen Seiten von Bergen umgehen. H\u00f6chster Punkt der Kykladen ist der legend\u00e4re \u00ab\u0396\u03b1\u00bb (1.004 m), wo der Mythologie nach G\u00f6ttervater Zeus seine Kindheit verbrachte, versteckt vor seinem kinderfressenden Vater Kronos. Filoti ist mit etwa 1.800 st\u00e4ndigen Bewohnern, die haupts\u00e4chlich von der Landwirtschaft und Viehzucht leben, das gr\u00f6\u00dfte Dorf der Kykladen. Bei unserer Ankunft am Sonntagvormittag str\u00f6men s\u00e4mtliche Bewohner aus der Kirche und lassen sich mit \u201eT\u00fcten\u201c (Kuchen?) im Wirtshaus an dem gro\u00dfen Dorfplatz mit riesigem Baum nieder. In der leeren Kirche mit ihren beiden Glockent\u00fcrmen werden wir freundlich von einer Frau empfangen, steigen noch durch einige Stufeng\u00e4sschen, und schon ist die halbe Stunde vorbei, bleibt aber in positiver Erinnerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der n\u00e4chsten Ortschaft <strong>Apiranthos<\/strong> geht es ruhiger zu. Die H\u00e4user liegen auf einem Bergr\u00fcc\u00adken. Gegen Ende der venezianischen Periode (17. Jh.) wurde von den katholischen Lehnsherren ein Wohnturm in der Dorfmitte errichtet, vor dessen Rundbogentor wir uns neugierig umschauen. Beim Weitergehen fallen uns die charakteristischen Merkmale der hiesigen Architektur auf. Es sind die mit Marmorplatten ausgelegten Gassen und die abgeschnittenen Ecken der Eckbebauung, durch die vermieden werden sollte, dass schwer beladene Esel in den engen Gassen ansto\u00dfen. Die H\u00e4user sind eng verschachtelt, dazwischen einige kleine Kirchen. Die gro\u00dfe bedeutende Dorfkirche stammt aus dem 18. Jh. und ist eine der \u00e4ltesten Kirchen der Insel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Dorf gelangte im 19. und zu Beginn des 20. Jh. durch den <strong>Schmirgelabbau<\/strong> zu einigem Wohlstand. Wegen seiner gro\u00dfen H\u00e4rte wird Schmirgel als Schleifmittel verwendet. Der j\u00fcdische Unternehmer Julius Pfungst sicherte sich vertraglich das Alleinverkaufsrecht f\u00fcr Deutschland. Dieser Exclusivvertrag gab ausschlie\u00dflich ihm das Recht, den auf Naxos abgebauten echten Schmirgel weltweit zu vermarkten. Zu diesem Zweck gr\u00fcndete Julius Pfungst 1871 die Naxos-Union in Frankfurt\/Main, die &#8220;Gesellschaft des echten Naxos-Schmirgels&#8221;. Naxos-Union war lange die weltweit f\u00fchrende Firma f\u00fcr den Rohstoff Schmirgel. Bei dem Naxos-Gel\u00e4nde im Frankfurter Stadtteil Ostend (unweit des Zoos) handelt es sich um das ehemalige Fabrikgel\u00e4nde. Seit dem Wegzug der Naxos-Union im Jahr 1995 lag das Fabrikgel\u00e4nde brach. Bekannt sei es insbesondere wegen der hier stehenden Naxoshalle, einer denkmalgesch\u00fctzten Industriehalle, die seit 2000 als B\u00fchne genutzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende der (langen) Mittagspause 13 Uhr. Nat\u00fcrlich brechen wir sp\u00e4ter auf und fahren mit dem Bus bis zu einem Parkplatz, wo Wanderwege beginnen. Erstes Ziel ist der <strong>Kouros von Flerio, <\/strong>eine 4,7 m gro\u00dfe Statue (Kouros) aus wei\u00dfem Naxos-Marmor. Bei den Kouros-Statuen handelt es sich um die Darstellung unbekleideter J\u00fcnglinge, die ihre Arme seitlich am K\u00f6rper angelegt haben. Sie entstanden in der archaischen Zeit des 7.\/ 6. Jh. v. Chr. Der Kouros bei Flerio blieb unvollendet, liegt auf dem R\u00fccken und im Umriss grob erkennbar. Im Beinbereich ist ein gro\u00dfes St\u00fcck Marmor abgebrochen, das locker angef\u00fcgt ist. Die F\u00fc\u00dfe an der Skulptur fehlen, weshalb vielleicht dieses Artefakt nicht verwendet werden konnte. Direkt daneben verl\u00e4uft der Weg in ein kleines b\u00e4uerliches Blumenparadies mit Bewirtschaftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wechseln unsere Richtung und werden nach leichter Wanderung pl\u00f6tzlich \u00fcberrascht von dem wie ein Solit\u00e4r in einer kleinen, gesch\u00fctzten Talmulde liegenden <strong>Jesuitenkloster<\/strong>. Die Lage ist einzigartig, die Ruine eine Mischung aus lokaler und westlicher Architektur. Neben dem palastartigen zweigeschossigen Hauptgeb\u00e4ude mit Refektorium k\u00f6nnen wir eine Kapelle, Nebengeb\u00e4ude wie Stallungen und K\u00fcchen ausmachen. Eine kleine Quelle unterhalb des Refektoriums habe ich wohl \u00fcbersehen. Um 1626 (nach anderen Angaben 1672) lie\u00dfen sich die ersten M\u00f6nche des Jesuiten-Ordens auf Naxos nieder. Wahrscheinlich zwischen 1679\/1681wurde unter dem Abt von Naxos mit dem Bau dieses palast\u00e4hnlichen Geb\u00e4udes bei Kalam\u00edtsia begonnen, das der Erholung der M\u00f6nche sowie der landwirtschaftlichen Produktion dienen sollte. Das Kloster existierte bis 1927. In einzelnen R\u00e4umen sind Tonnengew\u00f6lbe gut erhalten. Insgesamt befindet sich alles in schlechtem Zustand. Der terrassierte Garten ist verwildert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wandern ein St\u00fcck zur\u00fcck, gelangen auf einen Fahrweg und finden nach einiger Zeit den Abgang in ein Dorf mit einem Bachlauf. Ich verga\u00df, mir den Namen des Ortes zu notieren und vermute, dass es sich um das \u201egr\u00fcne Tal von <strong>Potami\u00e1<\/strong>\u201c = eines der sch\u00f6nsten T\u00e4ler der Insel handelt. Nach kurzer Orientierung f\u00fchrt ein Spazierweg an einem der ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrenden B\u00e4che\/Fl\u00fcsse von Naxos entlang. Vegetation und Tierwelt \u2013 einfach herrlich, ein kleines Paradies! Wir verlassen es und steigen hoch in den Ort. Musik erklingt, ein Fest wird gefeiert. Doch uns erwartet der Bus zur R\u00fcckfahrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder im Hotel laufe ich erstmals zum Strand, gehe aber nicht ins dort flache Wasser. Adrian entdeckt mich. Die Gruppe sitzt an einer Strandbar. Ich treffe \u00fcberraschend Siggi, Sabine und Bernd. Wir verabreden uns zum privaten Essen und verbringen einen wirklich sch\u00f6nen und sehr preiswerten Abend in einer nahen Taverne am Meer.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 02. Oktober \u2013 Naxos Berge 9.45 Uhr zum Bus-Parkplatz und Abfahrt. Erster Ausstieg in Filoti. Das Dorf befindet sich im Zentrum der Insel Naxos und ist auf allen Seiten von Bergen umgehen. 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