{"id":2083,"date":"2012-07-15T20:39:59","date_gmt":"2012-07-15T19:39:59","guid":{"rendered":"http:\/\/adrianwood.ch\/?page_id=2083"},"modified":"2012-07-15T20:39:59","modified_gmt":"2012-07-15T19:39:59","slug":"04-18-pissouri","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.adrianwood.ch\/?page_id=2083","title":{"rendered":"04-18 Pissouri"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mittwoch, 18.April,\u00a0 Hoch \u00fcber dem Aphroditefelsen nach Pissouri<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">An diesem Morgen erlebten wir beim Hotel Cynthiana eine eigenartige Wetterstimmung. Als wir uns nach dem recht fr\u00fch eingenommenen Fr\u00fchst\u00fcck beim Bus versammelten blies ein eigent\u00fcmlich warmer starker Wind und die Sicht war gleichzeitig leicht diesig.\u00a0 Unsere Reiseleiterin Ismini erkl\u00e4rte uns, dass dieser Wind aus der Sahara komme und Sahara Staub mit sich f\u00fchre, was auf Cypern immer wieder gelegentlich vorkomme. Leicht wehm\u00fctig nahmen wir von unserem so sch\u00f6n gelegenen Hotel mit den Panoramafenster- Zimmern, direkt am Meer gelegen, Abschied; einzig das etwas an eine Kantine erinnernde Essen im dortigen grossen Speisesaal war \u00fcber die Note &#8216;gen\u00fcgend&#8217; nicht hinausgekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image001_r4.jpg\" alt=\"image001_r4\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image003_r4.jpg\" alt=\"image003_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">Unter interessanten Erkl\u00e4rungen von Ismini ging es per Bus via Innenstadt von Pafos Richtung Limassol. Unser Chauffeur w\u00e4hlte diesmal jedoch nicht wie am Ankunftstag die Autobahn, sondern die\u00a0 gem\u00e4chlichere und von der Aussicht her interessantere K\u00fcstenstrasse.\u00a0 Rund eine Stunde dauerte die Fahrt bevor wir, noch ein gutes St\u00fcck vor Limassol, zum Aphroditefelsen kamen. Auf dem Parkplatz gab es einen kurzen Fotohalt. Ismini erkl\u00e4rte uns Interessantes \u00fcber den Ort: nach der griechischen Sage wurde Aphrodite, die griechische G\u00f6ttin der Sch\u00f6nheit, an dieser Stelle aus dem Schaum des Meeres geboren und stieg dann dort ans Ufer. Deren Stammbaum ist nicht ganz gekl\u00e4rt, entweder nach \u00e4lterer Version aus dem ins Meer gefallenen Samen des G\u00f6tter-Urvaters Uranos oder, nach Homer, als Tochter einer Aff\u00e4re des G\u00f6ttervaters Zeus mit der Dione.\u00a0 Ismini erkl\u00e4rte uns, dass unweit von diesem Felsen im Meer draussen die drei Kontinentalplatten &#8211; die europ\u00e4ische\u00a0 und asiatische (= eurasische) sowie die afrikanische \u2013 aufeinandertreffen w\u00fcrden.\u00a0 Hier sei also der geologische Schnittpunkt von Afrika, Asien und Europa! Auch die Insel Zypern sei durch die Unterschiebung der afrikanischen Platte unter die eurasische,\u00a0 \u00e4hnlich wie Aphrodite,\u00a0 in Jahrmillionen allerdings &#8216;aus dem Meer geboren&#8217; worden; Aphrodite sei deshalb in gewissem Sinn auch eine Personifikation der Insel Zypern. Die Geologen h\u00e4tten weiter erkannt, dass der Aphroditefelsen vor der K\u00fcste geologisch gar nicht zu Zypern geh\u00f6re, sondern im Laufe der Jahrmillionen von \u00c4gypten her mit der afrikanischen Platte herangeschoben worden sei, also in Wirklichkeit ein \u00e4gyptischer Fels sei! Instinktiv mussten schon die alten Griechen die Bedeutung dieses f\u00fcr sie damals magischen Ortes erahnt haben. Der Wind war beim Aphroditefelsen sehr unangenehm stark geworden, und die Lust auf eine exponierte Klippenwanderung schwand. Ismini beschloss einen alternativen Ausgangsort zu einer verk\u00fcrzten Wanderung\u00a0 zu w\u00e4hlen, wobei man unterwegs auf die urspr\u00fcnglich geplante Langwanderung stossen w\u00fcrde und dann immer noch auf diese einschwenken k\u00f6nne.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image005_r4.jpg\" alt=\"image005_r4\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image007_r4.jpg\" alt=\"image007_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">Vom Aphroditefelsen aus fuhren wir deshalb mit dem Bus nicht weit in die N\u00e4he der n\u00e4chsten Bucht, von welchem Ausstiegsort aus es nur ein kurzer Weg zur einsamen Bucht hinunter war. Blendend weisse Sandkalkfelsen empfingen uns beidseitig der kleinen Bucht, und der Strand bestand aus sehr speziell aussehenden rundgeschliffenen weissen Ger\u00f6llsteinen. Einen solchen gut in der Hand liegenden &#8216;Aphroditestein&#8217; hob ich auf und brachte ihn nach Hause. Erst nachtr\u00e4glich las ich im Internet, dass am Aphroditestrand aufgelesene Steine Gl\u00fcck bringen sollen! Da habe ich ja wohl richtig gehandelt!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image009_r4.jpg\" alt=\"image009_r4\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image011_r4.jpg\" alt=\"image011_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">K\u00fcstenwanderungen auf Inseln sind oft alles andere als flach, und so war es auch hier. Es folgte zuerst einmal ein gut dreiviertelst\u00fcndiger recht steiler Anstieg (in allgemeiner Richtung Limassol) auf eine hohe Klippe hinauf, mit vielen seltenen Blumen unterwegs als Ablenkung f\u00fcr die M\u00fche.\u00a0 Dann wurde es wieder ebener und wir erreichten nach einiger Zeit eine flache Vertiefung mit einem kleinen Olivenhain darin. Die Aussicht von dort auf das Meer hinunter und \u00fcber die felsige K\u00fcste war wunderbar.\u00a0 Auch der Wind hatte nachgelassen! Eine Lust bei der dortigen Verschnaufpause die vielen Kr\u00e4uter um uns herum zu bestaunen. Kaum ein Haus zu sehen, nur in der Ferne die Schnellstrasse und ansonsten zerkl\u00fcftete urspr\u00fcngliche\u00a0 K\u00fcstenlandschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image013_r4.jpg\" alt=\"image013_r4\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image015_r4.jpg\" alt=\"image015_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">Nach einem steilen Abstieg und anschliessendem Gegenaufstieg passierten wir eine zypriotische Horchstation. Solche Horchstationen, vor allem auf den Nahen Osten gerichtet, gibt es mehrere auf der Insel: englische, griechisch-zypriotische, t\u00fcrkisch-zypriotische und t\u00fcrkische.\u00a0 Noch eine gute Weile wanderten wir weiter auf der H\u00f6he bevor wir die Weggabelung zum urspr\u00fcnglich geplanten Weg erreichten.\u00a0 Da der Wind sich wie erw\u00e4hnt gelegt hatte, beschloss der Grossteil von uns mit Ismini in den Langweg einzuschwenken, w\u00e4hrend die weniger Wanderge\u00fcbten unter guter Weganleitung von Ismini sich auf den wesentlich k\u00fcrzeren Weg zum im n\u00e4chsten Dorf wartenden Bus aufmachten\u00a0 &#8211;\u00a0 es wandert\u00a0 sich \u00fcbrigens auch nicht gut, wenn man linke und rechte Einlagesohlen vertauscht&#8230;Es lohnte sich absolut auf die Langwanderung einzuschwenken! Auf einer durch Regen erodierten und dadurch nicht mehr befahrbaren Naturstrasse ging es zuerst ziemlich steil durch einen Taleinschnitt zum Meer hinunter. Von der dortigen stillen Bucht aus, wie k\u00f6nnte es anders sein, ging es wieder steil hinauf auf die Gegenh\u00f6he und dann weiter durch urt\u00fcmliche\u00a0 Landschaft\u00a0 auf teilweise exponiertem Weg, hinauf und hinunter. Fast stets mit phantastischen Blicken auf das tiefblaue Meer. Wieder in einer kleinen einsamen Bucht angekommen war es schliesslich nicht mehr weit, diesmal unten der Steilk\u00fcste entlang, zum Columbia Pissouri Beach Hotel, einem exklusiven F\u00fcnfsternhotel ziemlich einsam in einer kleinen Bucht gelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image017_r4.jpg\" alt=\"image017_r4\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image019_r4.jpg\" alt=\"image019_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"407\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort erwartete uns unser Bus wieder, welcher uns zur nicht sehr weit entfernten Curium Beach, schon in der N\u00e4he von Limassol, fuhr.\u00a0 Im dortigen Sunshine Restaurant, direkt am sch\u00f6nen Sandstrand gelegen, wurde jedem von uns, es war schon gegen 14 Uhr,\u00a0 eine grosse Portion sehr gut schmeckendes mit Fladenbrot umh\u00fclltes Souvlaki (eine Art Fleischspiess) serviert.\u00a0 Nachteil: wir hatten am Abend kaum mehr Hunger!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis dahin hatte sich das Wetter erstaunlich gut gehalten, es blieb trocken und der Wind hatte ja auch nachgelassen.\u00a0 Nun aber, noch w\u00e4hrend wir im Restaurant sassen, kam der Wetterumschwung und es wurde deutlich k\u00fchler. Und wir hatten noch die Fahrt von Meeresh\u00f6he aus zum 1700 m h\u00f6her gelegenen Hotel Trod\u00f3os\u00a0 vor uns.<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"408\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image021_r4.jpg\" alt=\"image021_r4\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\" colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">Etwas nach 15 Uhr sassen wir also wieder im Bus, wo es zuerst noch weiter der K\u00fcste entlang nach dem nahen Limassol ging. Unterwegs fuhren wir, vor Limassol noch, der dortigen grossen englischen Milit\u00e4rbasis entlang. Das ganze grosse milit\u00e4rische Sperrgebiet ist mit hohem Stacheldrahtzaun abgesichert, auch die Wohnh\u00e4user der Offiziersfamilien entlang der Strasse stehen unmittelbar hinter hohem Stacheldraht, sogar die Schule, und es gab nur wenige bewachte Eing\u00e4nge. Ich dachte, das muss ein gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftiges Wohnen dort sein!Ismini, welche in einem oberen Stadtteil von Limassol wohnt, verabschiedete sich an einer Kreuzung in Limassol f\u00fcr die Nacht von uns. Zuerst nur gem\u00e4chlich ansteigend ging es nun von Limassol aus nach Norden Richtung Landesinnere und dem Trod\u00f3os Gebirge entgegen. Bald wurde die Gegend gebirgiger und wir fuhren, nach Ismini ein seltenes Ereignis und nur dem guten Regen vom vergangenen Winter zu verdanken, an einem prallvoll gef\u00fcllten grossen Stausee vorbei. Weiter an Bergd\u00f6rfern vorbei wurde die Gegend immer alpiner und die Laubw\u00e4lder machten zypriotischen Zypressen und F\u00f6hren Platz.\u00a0 Unser Ziel, das Berghotel Trod\u00f3os,\u00a0 liegt gem\u00e4ss Prospekt auf genau 1725 m \u00fc. M. und auf einer Krete, unweit des nur 200 m h\u00f6heren Gipfels des Olymp, dem h\u00f6chsten Berg der Insel. Welch ein Temperaturschock beim Aussteigen! Wir waren im letzten Abschnitt in die Nebelzone geraten, ein kalter Wind blies uns beim Aussteigen kr\u00e4ftig um die Ohren,\u00a0 es gab noch Schneereste vom letzten Winter und die gef\u00fchlte Temperatur lag nur wenig \u00fcber 0\u00b0 C.\u00a0 Wir mit unserer noch leichten Wanderkleidung strebten nach Erhalt der Koffer so schnell wie m\u00f6glich in das sch\u00fctzende Hotel hinein. Die Zimmer waren gl\u00fccklicherweise geheizt, und auch ein w\u00e4rmendes Kaminfeuer brannte im Aufenthaltssaal.\u00a0 Das servierte Nachtessen war vorz\u00fcglich. Schade nur, dass nach dem reichhaltigen sp\u00e4ten Souvlaki im Sunshine Restaurant unten an der Beach nun niemand mehr so recht Hunger hatte.Die ganze Nacht \u00fcber heulte der Wind draussen und der Regen peitschte immer wieder neu um das Berghotel. &#8220;Morgen bringt mich keiner hinaus auf die Wanderung&#8221; dachte ich. Aber morgen war morgen, das Wetter besserte sich erstaunlich rasch wieder &#8211; aber das war ein neuer Tag und eine neue Geschichte!Ren\u00e9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image023_r7.jpg\" alt=\"image023_r7\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"815\">\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/adrianwood.ch\/wp-content\/gallery\/zypern08\/image025_r7.jpg\" alt=\"image025_r7\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 18.April,\u00a0 Hoch \u00fcber dem Aphroditefelsen nach Pissouri An diesem Morgen erlebten wir beim Hotel Cynthiana eine eigenartige Wetterstimmung. 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