2009-10 Christallina

auf dem Grat zum Cima del Lago
auf dem Grat zum Cima del Lago

3.-4. Oktober 2009, Bergwanderung T2/T3, Cristallinapass – Passo Grandinagia – San Giacomo – All’Acqua

Samstag: Fahrt mit Zug und Postauto nach Ossasco im Bedrettotal. Aufstieg durch das Val Torta zur Capanna Cristallina (4 h, 1250 Höhenmeter, T2).
Wer nach dem Aufstieg noch Luft und Lust hatte, hat den Cima del Lago, einen Gipfel in der Nähe bestiegen (T3). Kein Wölkchen trübte die umfassende Rundumsicht.

Sonntag: Passo Cristallina – Lago Sfundau – Lago die Cavadöö – Passo Grandinagia – San Giacomo – All’Acqua (5-6 h, 400 m Aufstieg, 1500 m Abstieg, T2/T3). Rückfahrt mit Bus und Zug nach Basel (Ankunft ca. 19:53 oder 21:53 Uhr).

Die Nacht war mild und der Vollmond schien. Um 6.30 Uhr war Tagwache und um 7 Uhr gab es ein reichhaltiges Frühstück. Kurz vor 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging es hinunter Richtung Lago Sfundau, der wie ein Kratersee in der Tiefe liegt. Aber der Abstieg war erst zu Ende, als wir die Werkstrasse unterhalb der Staumauer des Lago Cavagnöö erreicht hatten. Auf dieser Strasse stiegen wir dann hinauf bis zur Staumauer. Nun folgte ein Aufstieg auf interessantem Gelände. Auf dem rauhen Gestein (Gneiss?) konnte man problem- und weglos der guten Markierung folgend die steilen Wände hochsteigen. Nachdem wir die Höhe erreicht hatten, gab es eine Znünipause. Der zu überquerende Pass war nur noch etwa 100 m höher. Aber bevor dieser erreicht war, gings nochmals auf heiklem Weg steil und tief hinunter. Eine harte Schneebrücke über einen Bach musste nach unten umgangen werden. Dann folgte ein ziemlich flaches Stück, teilweise über Schnee, bevor der letzte Anstieg auf den Pass folgte, der in seinem letzten Abschnitt wieder sehr steil war. Auf dem Pass hielten wir die Mittagsrast ab. Der Pass heisst Grandinagia. Niemand kannte den Namen vorher; er ist auch nicht auf einem Wegweiser angeschrieben und ich denke, jetzt haben ihn alle Teilnehmer schon wieder vergessen.
Der Abstieg auf der andern Seite des Passes ist genau so steil wie der Aufstieg. Anfangs ging es auf gutem Weg flott hinunter. Später kam dann eine jener Geröllwüsten, die sehr grosse Aufmerksamkeit verlangen. Aber bald lag dann das Gelände im Schatten. Viele Steinbrocken waren mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen, deren Begehung eine extreme Konzentration erforderte. Besonders heimtückisch waren fast ebene Steinplatten, die eigentlich komfortabel zu begehen wären, die aber unter diesen Umständen unbedingt vermieden werden mussten. Auch einige hart gefrorene Schneefelder galt es zu überqueren. Aber schliesslich erreichten wir ohne Unfall wieder sonniges Gebiet und der ganze Spuk mit dem Glatteis war vorbei und vergessen. Von San Giacomo gabs dann noch einen schönen Abstieg durch die Heidelbeeren nach All’ Acqua, in dessen Restaurant wir uns vor der Heimreise erfrischen konnten.

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