19. Mai, zu einem Aussichtspunkt über dem Langarica-Canyon und den warmen Heilquellen von Benja
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Bei angenehm warmem Wetter und leichter Brise starten wir um 9h mit unserem Bus zum Ausgangspunkt der vorgesehenen Wanderung. «Kanti», unser erfahrener Reiseführer, schlägt uns vor, fürs Picknick in einer guten heimischen Bäckerei, Börek einzukaufen. Börek ist ein im Balkan verbreitetes Gericht aus Filoteig gefüllt entweder mit Schafskäse, Spinat, anderem Gemüse oder Hackfleisch. Ziemlich fett und sehr sättigend. Weiter geht’s auf einer kurvenreichen Strasse am Berghang entlang mit Blick aus der Vogelperspektive auf den mäandernden Vjosa Fluss und rechterhand auf die höchsten Berge Südalbaniens. Der 2485 m hohe Nemerçka schmückt sich in dieser Jahreszeit noch mit wenigen versprengten Schneeflecken. Das Viosa Tal wurde erst 2023 zum Nationalpark. Die 272 km lange türkisgrüne Vjosa fliesst durch Griechenland und Albanien und mündet in der Adria. Sie gilt als letzter ungezähmter Wildfluss Europas, der spektakuläre Ausblicke auf tief eingeschnittene und skurril geformte Schluchten mit vielen Möglichkeiten zum Wandern oder Rafting bietet. |
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Auf der Fahrt ziehen abwechslungsreiche saftig grüne Landschaften vorüber gespickt mit bis in erstaunlich hohe Lagen reichende silbrig glänzende Olivenhaine. Wie die wohl in dieser Menge und Höhe an den steilen Abhängen geerntet werden? Granatapfelbäume, Pinien, grosse Areale mit gelbem Ginster, wildem Raps, Weingärten und etlichen kleinteiligen Feldern mit Gemüseanbau lassen sich erkennen. Nach einer Abzweigung fahren wir nun dem bei Petran in die Vjosa mündenden Lengarica-Fluss entlang. Dieser ist 36 km lang und entwässert das Dangellia Bergland und Ausläufer des Pindosgebirges.Nach Erreichen des Ausgangspunkts zu unserer Wanderung oberhalb des teils nur 3 m breiten und bis über 100 m tiefen gewaltigen Canyons, laufen wir zuerst auf breitem Weg stetig hinauf. |
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Auf der gewünschten Höhe führt uns dann Kanti auf einen schmalen Pfad zum Rande des Canyons wo wir einen eindrücklichen Blick in die Schlucht werfen können. Es ist eine idyllische Stelle umgeben von vielen schönen Blumen, unter anderem Zistrosen und der seltene Diptam. Dort ist eine ausgiebige Rast angesagt bevor wir uns auf den Abstieg machen. |
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Nun kann es weitergehen zu den Thermalquellen von Benja am linken Flussufer, von denen wir eines von drei Becken auf der Anfahrt schon sehen. Dort wartet das Picknick auf uns bevor wir uns in die einfachen, ungeschützten Überlaufbecken und mit immer wieder nachlaufendem ca. 30 Grad warmem Wasser, hineingleiten lassen. Den Quellen wird heilende Kraft zugesprochen bei Magen-, Rheuma- oder Hautproblemen. Natürlich sind wir an Leib und Seele gesundet dem Jungbrunnen entstiegen. Schon die Römer kannten die Quellen mit dem wohltuenden Schwefelwasserstoff, Calcium, Natrium, den Hydrogencarbonaten etc. |
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In der kommunistischen Zeit gab es einen wenig frequentierten Badetourismus, was sich aber bald ändern dürfte, denn die Bagger sind schon angerollt, um eine Bade–infrastruktur zu installieren, Parkplätze zu bauen und die anderen Sehenswürdigkeiten im Flusstal besser zugänglich zu machen. Und vorbei ist es mit der Idylle, dem Naturerlebnis und der Einfachheit. Ein Juwel ist die den Fluss überspannende osmanische Kadiut-Steinbrücke aus dem 18. Jh, Die ca. 7m hohe geländerfreie Brücke lässt sich problemlos überqueren und gewährt einen Blick auf den Beginn der Schluchtenwanderung, die einige von uns mit wasserfesten Schuhen für eine Teilstrecke in Angriff nehmen und atemberaubende Fotos aus der engen Schlucht mitbringen. |
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Jean, Regina und Brigitte machen sich in Ermangelung passender Schuhe schon mal langsam auf den Rückweg zu unserem Bus und bestaunen unterwegs die Bauarbeiten mit den schon angelegten Parkplätzen zum Empfang der Massen an den Thermalbecken. Linkerhand sehe ich einen Campingplatz, auf den wir drei nun zusteuern in der Hoffnung auf ein kühles Bier, was wir auch tatsächlich bekommen. Die Rückfahrt nach Permet gestaltet sich sehr ruhig, denn die meisten genehmigen sich ein Nickerchen. Das Abendessen nehmen wir im gleichen Restaurant Antigonea wie am Vorabend ein, aber zuvor gönnen sich Jean, Regina, Brigitte und Liliane einen Apéro im Sonnenschein vor dem 1. Hotel am Platz. |
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Auf dem Fussweg von der Unterkunft zum Restaurant bestaunen wir einen Hahn und vier Hühner, die in einer Baumscheibe mitten entlang der Verkehrsstrasse baden, scharren, sich aufplustern, im Sand und Geröll picken. Wie müssen sie auf ihrem kleinen Plätzchen glücklich sein im Vergleich zu unseren eingepferchten Exemplaren, die weder picken noch scharren können. Damit ist ein erlebnisreicher Tag mit spektakulären Aus- und Einblicken zu Ende gegangen. Danke, lieber Adrian, dass Du uns diese Reise ermöglicht hast und danke, liebe Teilnehmer für Eure Kameradschaft und sehr angenehme Geselligkeit. Brigitte |
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